„In einer Zeit, wo die wachsende Lebenserwartung der Bevölkerung immer eindringlicher die Auseinandersetzung mit der Demenzerkrankung erforderlich macht, sind Beiträge wie dieser deswegen wertvoll, weil Leßmann es eindrucksvoll verstand, die einschleichende Entfremdung innerhalb einer Familie aus dem Blickwinkel beider Seiten realitätsnah vorzutragen.
„Die Demenz hat viele Facetten“, so hatte die stellvertretende Vorsitzende des Herzogenauracher Hospizvereins Helga Burkhardt die über 100 Besucher bei ihrer Begrüßung auf das Theaterstück eingestimmt. Genau das war es, was wohl die besondere Atmosphäre im Saal auslöste, denn der Schauspieler verstand es nachhaltig, sein Publikum zu erreichen, es in seinen Bann zu ziehen.
Meist traurig und dennoch tröstlich, dann wieder mit einem Augenzwinkern konnte Martin Leßmann, einfühlsam von John am Cello unterstützt, in 80 Minuten komprimiert etwas von dem vermitteln, was für Betroffene längst schwerer Alltag geworden ist.“
Volker Schneller, Nordbayerische Nachrichten, Herzogenaurach
„Der Violoncellist (Gero John), vor der Projektion eines Frauengesichts, beginnt zu spielen; in der Mitte der Bühne steht ein Krankenbett. Ein Mann mit Blumenstrauß, Paul (Martin Leßmann), steigt rasch aus dem Zuschauerraum über die Treppe nach oben und erzählt, er wolle – wie jeden Sonntag – seine 80-jährige Mutter im Pflegeheim besuchen. (…) Als er an das Bett tritt und verblüffend übergangslos Stimme, Tonfall, Mimik und Gestik wechselt, um in die Rolle seiner lebensmüden Mutter zu schlüpfen, herrscht atemlose Stille in der voll besetzten Idsteiner Stadthalle.
Humor und Tiefgang, Verzweiflung und Demut, Fürsorge und Verständnislosigkeit – die vielen Gefühlsfacetten im ständigen Wechsel sorgen für große Intensität des Ein-Personen-Stücks „Du bist meine Mutter“, das zu keinem Zeitpunkt überfrachtet oder peinlich wirkt. (…)
Mit stets virtuos-einfühlsamer Musikuntermalung und durch die Bildprojektion begleitet und verstärkt, wechselt der Schauplatz in den Park, (…); keineswegs nur positive Fetzen lassen sich an der schematischen Darstellung in der Projektion wie etwa in Schnipseln angedeuteten Kollisionen und der eindeutigen Gestik eines kleinen Jungen erahnen, die ohne Verbalisierung auskommt. (…)
Bei aller Ergriffenheit und Faszination von der perfekten schauspielerischen Leistung des Protagonisten, der selbst in der Szene des Umziehens der Mutter auch nicht den kleinsten Hauch von Travestie aufkommen lässt, unterbleibt jede übertriebene Sentimentalität.“
Marion Diefenbach, Wiesbadener Tagblatt Rhein-Main Presse, Idsteiner Zeitung
„Wie gut Regisseurin Maria von Bismarck und der große Wandlungskünstler Martin Leßmann die Quintessenz des Textes von Joop Admiraal herausgearbeitet haben!“
Alexander Schnackenburg, WeserKurier, Bremen
„Leßmann verkörpert in der Inszenierung von Maria von Bismarck beide Figuren, Mutter und Sohn, und gibt ihnen Leben, Leiden, Hoffnung und Anteilnahme mit. Sein musikalischer Begleiter, Gero John, untermalt die Begegnung mit atmosphärischen Klängen und verblüffenden Geräuschen eindringlich. (…) Eine vortreffliche Vorstellung!“
H.Lippert, Walsroder Zeitung
„Beide Künstler bekamen das Publikum meisterhaft zu fassen. Insbesondere durch das intensive Spiel des grandiosen Schauspielers Martin Leßmann wich die anfängliche Betroffenheit einer gewissen Leichtigkeit und regte anschließend zu lebhaften Diskussionen an.“
Heidezeitung, Soltau/ Walsrode
„Eine beachtliche und überzeugende Meisterleistung …“
Allgemeine Zeitung der Lüneburger Heide, Uelzen
„Mit viel Gefühl, Einfühlungsvermögen und überzeugender Schauspielkunst präsentierte Martin Leßmann das Werk von Joop Admiraal, »Du bist meine Mutter«, den Zuschauern. (…) Der Schauspieler, der in einem ständigen Wechsel beide Rollen bekleidet, lässt durch sein authentisches wie teilweise ebenso skurriles und groteskes Spiel eine Spannung entstehen, die die Zuschauer in der Bann zog. Die überzeugende Darstellung eines nicht einfachen Themas honorierten die Zuschauer mit großem Beifall.“
Einbecker Morgenpost
„Diese Mischung aus Ernst und Humor, Furcht und Zuversicht, Zweifel und Sicherheit und all die Gefühlsschattierungen wurden … so klar und einleuchtend auf die Bühne gebracht, dass es ein spannendes und anrührendes Vergnügen ist. Die subtile Cello-Begleitung des kongenialen Musikers Gero John ist ein guter dramaturgischer Kniff, der dem Ganzen Ruhe und immer wieder die Möglichkeiten zum Nachdenken und Verschnaufen gibt. Wir legen den Künstlern unsere Bewunderung zu Füßen!“
Luise Scherf, Bremen
„ Vom ersten Moment an nimmt Martin Leßmann das Publikum mit in die Mutter-Sohn-Beziehung. Er weckt so unmittelbar die Vorstellungskraft der Zuschauer, dass man schnell vergisst, dass hier nur e i n Mensch agiert. Leßmann bringt das Kunststück fertig, die Situation jederzeit aus der Sicht beider Beteiligter lebendig und spannend zu halten. Das gelingt ohne Bruch mit einer Veränderung der Stimmen, der Mimik und Gestik, aber auch mit geschickter Handhabung der Requisiten. Beklemmend, melancholisch, anrührend, manchmal auch heiter spiegeln sich die Gefühle der Mutter auf dem Gesicht des Schauspielers wider. Ein intensives und konzentriertes Eintauchen in die unbekannte, aber sensibel erahnte Gefühlswelt eines Menschen auf dem Weg ins endgültige Vergessen. (...) Musikalisch begleitet wird das Seelengemälde vom einfühlsamen Cellospiel Gero Johns.“
Karin Heininger, Pyrmonter Nachrichten
„Schauspieler Martin Leßmann spielt beide Charaktere, Mutter und Sohn. Die Gratwanderung zwischen Komik und Bloßstellung gelingt, scheinbar mühelos wechselt der großartig agierende Leßmann zwischen den großen, naiven Augen der Mutter und der liebevollen, leicht angestrengten Fürsorglichkeit des Sohnes. Gero John begleitet diese Reise in die Tiefen des menschlichen Geistes auf seinem Cello. Das Spiel ist oft eher begleitenden Charakters. Stark sind die Szenen, in denen das Cello zum Protagonisten wird wie in der Vertonung eines Streits, den Schatten auf der Leinwand austragen. Die große Stärke der Inszenierung ist die enorme Sensibilität für das Thema. In den ungewohnt untheatralisch wirkenden Szenen steht der Segen des Vergessens der unschönen Dinge und eine damit einhergehende Naivität gegen die Verzweiflung über das Sichselbstverlieren. Liebevoll wird das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn aufgearbeitet.“
L.Rühling, HNA (Hessisch-Niedersächsische Allgemeine), Hannoversch Münden
„Begleitet wurde das Wechselspiel aus heiteren und nachdenklichen Monologen von Cellist Gero John. Mal langsam und ruhig, mal freudvoll, aber auch sägend und schrill untermalt John mit eigenen Kompositionen die dunklen und lichten Momente und Erinnerungen der Mutter. Aber auch die Beziehung vom Elternteil zum Kind, die in einigen Situationen bereits die Rollen vertauscht haben zu scheinen. Am Ende gab es minutenlangen, tosenden Applaus vom Publikum für beide Mitwirkende.“
Tordis Stefan, WeserKurier, Delmenhorst
„Leßmann versteht es, unterschiedliche Gemütslagen mit ausdrucksstarker Mimik und Sprache überzeugend darzustellen. Zusätzliche emotionale Akzente setzte die szenen-begleitende Musik von Cellist Gero John. Tief beeindruckt zeigten sich die Besucher über das bewegende Theaterstück.“
A.H., Münsterländer Tageszeitung, Cloppenburg
„… allein die Stimme des Martin Leßmann im ständigen ‘Dialog mit sich selbst‘ , mal als Mutter, dann wieder als Sohn, ließ in ihrer Eindringlichkeit wie von selbst lebendige Bilder entstehen. Mit sparsamen Mitteln großes Theater!“
Andrea Burmester, Zuschauerin aus Jelmstorf in Uelzen/ f. Allgem. Zeitung der Lüneburger Heide
„Voll aus dem Leben gegriffen - Meisterhaftes Theater beim Hospiz-Verien Holzminden (…) Was die Besucher der Veranstaltung des Hospiz-Vereins Holzminden im Saal des Altendorfer Hofes zu sehen und zu hören bekamen, war wirklich großes Theater. Da gelang es dem Schauspieler Martin Leßmann tatsächlich, sein Publikum 80 Minuten lang in regungslose Spannung zu versetzen. Leßmann vermochte es, von einer Sekunde zur anderen von der Rolle des fürsorglichen Sohnes in die der dementen Mutter zu schlüpfen, so überzeugend, so wirklichkeitsnah, so authentisch, dass man sich fragte: Wie ist so etwas möglich? (…) Alle, die aus eigenem Erleben, entweder als Mitarbeiterinnen des Hospiz-Vereins, als Pflegekräfte oder als betroffene Angehörige mit dementen und verwirrten Menschen zu tun haben, bestätigten in den anschließenden Gesprächen übereinstimmend: ‚Wer das so überzeugend wiedergeben kann, der muss eine überragende Beobachtungsgabe haben und sich außerdem mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt haben.‘ Es war eine wirklich meisterhafte Leistung - musikalisch dezent und gekonnt unterstützt durch den Violoncellisten Gero John. Das übereinstimmende Fazit lautete: Das war aus dem Leben gegriffen und fürs Leben bestimmt, als Bestätigung und Ermutigung für all die vielen, die sich dementer Menschen annehmen.“
Bruno Kraaz, Täglicher Anzeiger Holzminden
